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100.000 Euro und viele Komplimente brachte der Deutsche Schulpreis einer Grundschule in Münster ein. Das Geheimnis ihres Erfolgs: Sie ist "rhythmisiert", kindergerecht und flexibel.
Als beste Schule Deutschlands ausgezeichnet zu werden ist keine Kleinigkeit. Auch der Preis lässt sich sehen: Die Wartburg-Grundschule in Münster bekam 100.000 Euro und viele Komplimente vom Bundespräsidenten. Die Ganztagsschule hat sich diesen Preis durch ein besonderes Konzept verdient. Im Zentrum der Pädagogik steht die Individualität. Die ist in der Wartburg-Grundschule keine Floskel: Stundenpläne und Fächer gibt es nicht mehr. Die Kinder arbeiten an unterschiedlichen Gegenständen. Jeden Morgen werden zwei Stunden WAP, das heißt Wochenarbeitsplan, durchgearbeitet. Der Tag wird großflächig "rhythmisiert", wie die Schule das nennt. Demokratie wird im Schulparlament ganz groß geschrieben. Die Schüler bestimmen mit, von Laisser-faire keine Spur. Lern- und Spielzeiten wechseln sich den ganzen Tag ab. Nach Ansicht der Jury besteht die besondere Leistung der Schule darin, die Kinder mit ihren Stärken und Schwächen so anzunehmen, wie sie sind. Die Kinder werden in altersgemischten Gruppen unterrichtet. Wenn es zu laut wird, geht ein Kind nach vorn, schlägt auf ein Xylofon und sagt: "Bitte etwas ruhiger." Die Erst- und Zweitklässler heißen Koalas, nach zwei Jahren geht es ein Stockwerk höher zu den "Wombats". Die beiden Gruppen bilden den Kontinent Australien. Es gibt vier Kontinente an der Schule, untergebracht in kleinen Häusern. "Hier ist eine Schule kinderfähig gemacht worden durch pädagogische Architektur im wörtlichen wie im übertragenen Sinn", sagt Jury-Mitglied Christof Bosch. Für den größten deutschen Schulwettbewerb bewarben sich 250 Schulen. Vier Preise in Höhe von je 25.000 Euro erhalten auch die Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Altingen in Ammerbuch, das Gymnasium Schloß Neuhaus Paderborn, die Integrierte Gesamtschule Bonn-Beuel und die Schule am Voßbarg in Rastede. (DiePresse.com) |