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GEMEINSAME SCHULE VORARLBERG

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OECD empfiehlt Ganztags- und Gesamtschule, Kindergartenpädagogen auf tertiärem Niveau ausbilden

Wien - Mehr Ganztagsschulen, die Einführung einer gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen, die tertiäre Ausbildung von Kindergartenpädagogen sowie die vermehrte Einstellung und Aufwertung von Lehrern mit Migrationshintergrund empfiehlt die OECD in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Österreich-Länderbericht zur "Bildung von Migranten". Außerdem müssten die Eltern von Migranten stärker einbezogen und die Lehrpläne für Deutsch als Zweitsprache überarbeitet werden.
Im Vergleich zu österreichischstämmigen Mitschülern verzeichnen Migranten auf allen Ebenen schwächere Bildungserfolge. Dies zeigten etwa die internationalen Vergleichsstudien PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study) und PISA (Programme for International Student Assessment).

Rolle der Eltern durch Halbtagsschule wichtiger

Als problematisch sieht es die OECD an, dass aufgrund der in Österreich vorherrschenden Halbtagsschule die Kinder vergleichsweise wenig Zeit in der Schule verbringen, was wiederum die Rolle der Eltern beim Bildungserfolg verstärkt - und dies zulasten von Migrantenkindern. Nach Ansicht der OECD könnte die Situation durch den geplanten Ausbau der Ganztags-Angebote und eine stärkere Einbeziehung der Eltern verbessert werden.

Auch die frühe Trennung der Kinder in Hauptschule und AHS-Unterstufe wirkt sich laut OECD negativ aus. Einerseits könnte das System dazu führen, dass Lehrer schwächere Schüler in "niedrigere" Schultypen abschieben anstatt die Verantwortung für eine Verbesserung ihrer Leistung zu übernehmen. Andererseits hätten Migrantenkinder zu wenig Zeit, um ihre sprachlichen, kulturellen und sozialen Kompetenzen ausreichend zu entwickeln, um an AHS zu wechseln.

Akademische Ausbildung für Kindergärten

Die Sozial- und Familienpolitik Österreichs wiederum setzt laut OECD Anreize für Eltern, daheim bei ihren Kindern zu bleiben, anstatt sie in eine frühkindliche Bildungseinrichtung zu schicken. Konsequenz sei die niedrige Kindergarten- bzw. Krippenbesuchsquote von Kindern zwischen ein und drei Jahren bzw. von Kindern aus niedrigeren sozialen Schichten. Zwar würde das neue verpflichtende Kindergartenjahr die Situation verbessern, allerdings müsse man benachteiligten Kindern bereits früher helfen. Unterrichtsministerium und Bundesländer sollten sich das Ziel setzen, die Dauer des freien, wenn nicht sogar des verpflichtenden Besuchs von Betreuungseinrichtungen auszudehnen. Sollte das nicht für alle Kinder möglich sein, sollte ein Programm speziell für Kinder mit Sprachproblemen überlegt werden.

Die Ausbildung der Kindergartenpädagogen in Österreich hält die OECD für "nicht ausreichend". Sie erfolgt derzeit an den Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (BAKIP) auf Maturaniveau - Österreich solle eine Aufwertung auf akademisches Niveau erwägen, meint die OECD.

Direktoren mit Migrationshintergrund

Aufgewertet werden soll laut OECD die Rolle von Lehrern mit Migrationshintergrund - etwa durch die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen und berufsbegleitende Qualifikationen. Derzeit spiegle sich die wachsende kulturelle Heterogenität bei den Schülern nicht im Lehrkörper wider: So betrage der Anteil von Schülern mit nicht-deutscher Muttersprache über alle Schulen gerechnet 16 Prozent, umgekehrt hätten aber nur weniger als drei Prozent aller Lehramtsstudenten eine andere Muttersprache als Deutsch. Die OECD rät daher dazu, mehr Migranten in den Lehrberuf zu bringen und auch verstärkt Direktoren mit Migrationshintergrund zu bestellen.

Die OECD fordert außerdem einen "positiven Zugang zu sprachlicher und kultureller Vielfalt" und bemängelt, dass Migrantenkinder keinen Rechtsanspruch auf Sprachkurse haben. Überarbeitet werden sollten auch die Lehrpläne für Deutsch als Zweitsprache: Diese würden derzeit nicht zwischen Schülern unterschieden, denen schon die einfachsten Deutsch-Kenntnisse fehlen, und solchen, die bereits relativ gut Deutsch sprechen. (APA)

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